Regionalliga Südwest FSV Frankfurt: Mutig den Super-GAU vermeiden

Der FSV Frankfurt befindet sich sportlich im Aufwind. Am Sonntag kann ein großer Schritt zum Klassenerhalt gemacht werden. Allerdings: Auch die Oberliga bleibt ein absolut mögliches Szenario.

Jubelnde Spieler des FSV Frankfurt.
Haben in den vergangenen Wochen wieder etwas zum Jubeln: die Spieler des FSV Frankfurt. Bild © Imago Images
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Einen knappen Monat ist es erst her, da hallte Tim Görner etwas entgegen, was einem ungern entgegenhallt: Unmutsbekundungen der eigenen Fans. "Görner raus, Görner raus". Einige Anhänger des Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt forderten nach dem 0:3 beim Lokalrivalen aus Offenbach unmissverständlich die Ablösung des Trainers. Jener, gerade mal 28 Jahre alt, entgegnete dem Fan-Verlangen professionell: "Ich gebe das Beste für den Verein und werde das auch weiterhin tun."

Fünf Spiele und zehn Punkte später (drei Siege, ein Remis, eine Pleite) sieht die Stimmungslage anders aus bei den Bornheimern, deutlich freudiger. Zuletzt setzten sich die Schwarz-Blauen ziemlich überraschend, fast sensationell gegen die Stuttgarter Kickers, den Spitzenreiter der Liga, mit 3:1 durch und schraubten ihr Punktekonto auf 39 Zähler nach oben. Bedeutet: Der Tabellenelfte hat bei noch vier ausstehenden Spieltagen sechs Punkte Vorsprung zu den Abstiegsplätzen. Stand jetzt.

Denn der Schein kann trügen, steht doch Mannheim in Liga drei gerade so über der gefährlichen Zone (drei Punkte Vorsprung). Sollte der SV Waldhof noch abrutschen, würde er in die Südwest-Staffel der Viertklassigkeit runtergehen und dort die Absteiger-Anzahl automatisch auf fünf Teams erhöhen. Könnte demnach bedeuten: Der FSV hätte zurzeit lediglich zwei Zähler Vorsprung.

Direktes Duell um Klassenerhalt in Aalen

"Ich schaue jede Woche nach Mannheim, ganz klar", sagt Thomas Brendel, der Sportliche Leiter der Frankfurter dem hr-sport, fügt jedoch an: "Wir müssen es einfach selbst schaffen, am Ende nicht unter den letzten Fünf zu sein." Einen großen Schritt zu diesem Ziel kann der FSV am Sonntag (14 Uhr) gehen, wenn er beim Viertletzten VfR Aalen antritt.

Ein Sieg und das Team von der Ostalb wäre endgültig distanziert. Einerseits. Andererseits "lässt du sie wieder rankommen, wenn du das Spiel verlierst", sagt Brendel. Eine heikle Kiste, viel steht auf dem Spiel. Zumal der VfR im Wochenverlauf seinen Trainer Markus Pflanz entließ und sich dadurch einen gewinnbringenden Impuls erhofft.  

Thomas Brendel, der Sportliche Leiter des FSV, fordert volle Konzentration auf die restlichen Spiele.
Thomas Brendel, der Sportliche Leiter des FSV, fordert volle Konzentration auf die restlichen Spiele. Bild © Imago Images

Bei Abstieg droht der Super-GAU

Für den FSV soll das keine Rolle spielen, so Brendel: "Wir sehen Fortschritte innerhalb der Mannschaft, wir waren zuletzt mutiger. Es geht alles ein bisschen leichter von der Hand." Bei der Arbeit von Trainer Görner mit den Spielern hat Brendel allerdings keine Unterschiede erkannt. Die sei vor einem Monat genauso intensiv und gut gewesen wie aktuell. "Manchmal gibt es einfach keine richtige Erklärung für diverse Phasen." Man muss es eben nehmen, wie es kommt – und immer weitermachen.

Wie es weitergehen würde, sollte am Saisonende doch der Abstieg stehen, ist eine andere, sehr unangenehme Sache. Es wäre so etwas wie der Super-GAU für den FSV, der unter anderem ein Nachwuchsleistungszentrum unterhält, was als Oberligist nicht mehr zu unterhalten wäre - nur eines von vielen Beispielen, was für den im August 125 Jahre alt werdenden Club auf dem Spiel steht.

Anteilsverkäufe sind fix

Gerade erst hatten die Bornheimer ihr Kapital durch Anteilsverkäufe um eine sechsstellige Summe und wider einiger Fan-Proteste erhöht, damit der Club künftig in der Regionalliga besser aufgestellt ist. Die Spitzengruppe ist durchaus mittelfristig ein Ziel.

Thomas Brendel drückt das Negativszenario eines möglichen Abstiegs – zumindest öffentlich – von sich weg: "Wir wollen in Aalen unseren Erfolg gegen Stuttgart vergolden und eine kleine Vorentscheidung setzen." Es gibt Anzeichen dafür, dass dies dem FSV Frankfurt gelingen kann. Auch dank Trainer Tim Görner, dies sei noch angefügt.

Quelle: hessenschau.de