Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt Lange Schlangen vor ÖPNV-Verkaufsstellen zum Monatswechsel

Schnell das Bahnticket am Schalter holen und ab in den Urlaub? In Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt standen ÖPNV-Kunden zum Monatswechsel in langen Schlangen vor den Verkaufsstellen. Grund sind gleich mehrere Neuerungen.

Wiesbadener Ticket-Schlange
Wiesbadener Ticket-Schlange am Markt. Bild © Andrea Bonhagen (hr)
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In der Frankfurter U- und S-Bahn-Station Hauptwache nahm die Ticketschlange am Dienstagvormittag schon mehrere Windungen, so viele warteten dort am Schalter der Verkehrsgellschaft Frankfurt (VGF). Mindestens 50 Kunden in der Schlange zählte die VGF. Geduld war gefragt - und das nicht nur in Frankfurt.

Auch in Darmstadt bildeten sich am Dienstag Ticket-Schlangen. Etwa 30 Menschen standen dort an. Wartezeit: etwa eine halbe Stunde.

Mehrere Neuerungen

In Wiesbaden hatte sich Passanten in der Innenstadt bereits am Montag ein ähnliches Bild geboten: Dort standen vor dem Ticketschalter am Markt ungewöhnlich viele Kunden an. Einige standen für Rückerstattungen an, bei anderen war das bestellte 49-Euro-Ticket nicht per Post gekommen. "Ich will nicht schwarzfahren", sagte eine Reisende.

Ursache für die Nervenprobe vor ÖPNV-Schaltern sind nach Angaben der zuständigen Verkehrsgesellschaften gleich mehrere Fristen und Neuerungen bei den Tickets.

Run auf 31-Euro-Ticket

Grundsätzlich sei zum Monatswechsel immer viel los, teilte die Frankfurter VGF mit. Seit es aber das 49-Euro-Ticket ("Deutschlandticket") gibt, gebe es viele Anfragen dazu am Schalter.

Jetzt, zum 1. August sorge zudem das neue, vergünstigte 31-Euro-Ticket für besonders viel Nachfrage. Der sogenannte "Hessenpass Mobil" gilt seit dem Monatswechsel und bringt seine Nutzerinnen und Nutzer deutschlandweit mit Bus und Bahn für 31 Euro ans Ziel.

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Wer kann das 31-Euro-Ticket nutzen?

Das vergünstigte Ticket kann kaufen, wer seinen Wohnsitz in Hessen hat und:

  • Wohngeld bezieht
  • Bürgergeld bekommt
  • Sozialhilfe bekommt
  • oder Asylbewerber ist 
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Viele Anträge nur per Hand zu bearbeiten

Um das vergünstigte Ticket kaufen zu können, müssen Empfänger von Sozialleistungen eine Bescheinigung vorweisen. Viele Anträge müssten von Hand bearbeitet werden, teilte die Wiesbadener ESWE-Verkehr mit - und das dauere.

Doch nicht nur das reguläre und das vergünstigte Deutschlandticket sorgten für die Ticket-Schlangen: Schülerinnen und Schüler strömten zu den Schaltern, um alljährlich zum 1. August ihr Schülerticket zu verlängern - "auf den letzten Drücker", gaben einige in der Wiesbadener Schlange zu. In der Landeshauptstadt kommt auch noch eine weitere Neuerung dazu:

Schülertickets sorgen für viele Anfragen

"Insbesondere die neuen Nutzerinnen und Nutzer des Schülertickets 'Hessen WI15' werden um ein wenig Geduld gebeten", teilte die ESWE-Verkehr am Dienstag mit. Denn während Schülerinnen und Schüler in Wiesbaden bislang 30 Euro im Monat für ihr Ticket zahlen mussten, bietet die Stadt ihnen nun ein günstigeres Ticket an.

Zum 1. August konnten Schülerinnen und Schüler eine Monatsfahrkarte für 15 Euro beantragen. Auch das sorge für mehr bürokratischen Aufwand. Rund 11.000 Bestellungen seien eingegangen. Die Bestätigungen könnten teilweise erst verzögert bis zum 8. August verschickt werden. Zum allgemeinen Personalmangel komme nun die Urlaubszeit hinzu.

Was also tun, um die Ticket-Schlangen zu vermeiden? Online buchen, wo immer es möglich ist, empfehlen ESWE-Verkehr und VGF - wenn nötig mit Hilfe. Die VGF verweist auf einen Stand vor dem Schalter an der Frankfurter Hauptwache: Dort könnten VGF-Mitarbeiter beim Online-Antrag helfen.

Weitere Informationen

Sendung: hr4, 01.08.2023, 15.30 Uhr

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Quelle: Andrea Bonhagen (hr4), hessenschau.de/Malena Menke