Grafik: Eine türkisfarbene 2021 wird mit einem Finger auf einem mikroskopischen Coronafoto-Hintergund scheinbar von rechts nach links ins Bild gewischt.

Auch im zweiten Pandemie-Jahr wird den Hessen viel abverlangt. Im ersten Teil unseres Corona-Jahresrückblicks 2021 blicken wir auf die Monate Januar bis Juni.

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Corona-Jahresrückblick 2021

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Neues Jahr, neues Glück? Wer Anfang 2021 noch gehofft hat, dass die Corona-Pandemie abebbt, wird bitter enttäuscht. Sie bleibt das alles überschattende Thema in Hessen: Das neue Jahr beginnt im Lockdown, die Beschäftigten im Einzelhandel und in der Gastronomie leiden nach wie vor, an den Schulen herrschen strenge Corona-Regeln, Gegner der Corona-Politik tragen ihren Protest vermehrt auf die Straße.

Im Homeoffice zu arbeiten und kaum noch Menschen zu treffen - das ist inzwischen ganz normal geworden. Zugleich ist 2021 ein Pandemie-Jahr voller Premieren, die Hoffnung machen: Die Impfungen gegen das Coronavirus gehen mit verschiedenen Impfstoffen voran, in ganz Hessen öffnen Impfzentren. Auch Hausärzte impfen, was das Zeug hält. Mit dem digitalen Impfpass erobern sich die Bürgerinnen und Bürger Freiheiten zurück.

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Weitere Rückblicke

Einen Rückblick auf das zweite Corona-Halbjahr 2021 lesen Sie im kommenden Teil. Was abseits der Pandemie in Hessen passierte, steht hier (Januar bis Juni) und hier (Juli bis Dezember).

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Januar

  • 5. Januar: Corona-Kabinett verlängert Lockdown. Die drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Hessen wegen der Corona-Pandemie werden bis Ende Januar verlängert. Sprich: Zahlreiche Geschäfte bleiben geschlossen. Auch der Unterricht an Schulen wird nach Ende der Weihnachtsferien weitgehend nur aus der Distanz angeboten.
Lockdown steht auf einer Fensterscheibe eines Einzelhandels geschrieben
  • 6. Januar: Lieferengpässe bei Impfstoff. Zunächst sind bei den Impfungen gegen das Corona-Virus besonders gefährdete Menschen dran. Die Nachfrage unter Altenheimbewohnerinnen und -bewohnern ist hoch. Doch es kommt zu Lieferengpässen: Knapp die Hälfte der Städte und Kreise in Hessen hat keinen Impfstoff mehr. Auch bei der Anmeldung für einen Termin für die rund 400.000 Über-80-Jährigen geht es ab Mitte Januar turbulent zu: Aufgrund des Ansturms kommen die Systeme schnell zum Erliegen.
Eine Impfdosis wird mit der Spritze aufgezogen.
  • 11. Januar: Schulstart mit strengeren Corona-Regeln. Nach den Weihnachtsferien fällt für Schüler der Unterricht im Klassenzimmer wegen der Pandemie bis Ende Januar weitgehend weg. Nach dem Beschluss des Corona-Kabinetts müssen die Kinder der Klassen 1 bis 6 zum Lernen nicht an die Schulen kommen. Ab Klasse 7 wird mit Ausnahme von Abschlussklassen grundsätzlich Distanzunterricht angeboten.
  • 17. Januar: Die ersten Hessen haben den vollen Corona-Impfschutz. Drei Wochen nach dem Impfstart haben die ersten Hessen ihre zweite Impfung erhalten. Damit sollen sie für die nächsten Monate vollständig gegen das Coronavirus geschützt sein.
  • 19. Januar: Erste Impfzentren öffnen. Die sechs großen regionalen Impfzentren in Hessen haben ihre Arbeit aufgenommen. Zunächst sind die Über-80-Jährigen an der Reihe. Geimpft werden dürfen zudem: Pfleger in stationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten sowie Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen wie Intensivstationen, Notaufnahmen oder Impfzentren.
Impfpatienten stehen im Wiesbadener Impfzentrum im Kongresszentrum RMCC an den Registrierungsschaltern.

Februar

  • 9. Februar: Alle Impfzentren sind geöffnet. In Hessen machen 28 regionale Zentren auf, in denen sich weiterhin erst mal nur Impfwillige aus der höchsten Priorisierungsgruppe impfen lassen können.
Ein Pfeil zum Impfzentrum
  • 10. Februar: Biontech startet Impfstoffproduktion. Gute Nachrichten aus Marburg: Der Impfstoffhersteller Biontech aus Mainz hat mit der Produktion seines Corona-Impfstoffs begonnen. Bis zur Auslieferung der ersten Dosen wird es aber noch bis April dauern.
  • 15. Februar: Corona stoppt Narren. Die fünfte Jahreszeit fällt auch an ihrem eigentlichen Höhepunkt fast komplett aus - Feiern und Umzüge am Rosenmontag sind nicht möglich. Einige Karnevalsvereine veranstalten Kostümwettbewerbe im Internet oder sogar ganze Online-Sitzungen samt Büttenreden.
Ein Fuldaer Karnevalist steht traurig auf der Straße, weil der Rosenmontagszug wegen Corona abgesagt wurde.
  • 23. Februar: Impftermine für weitere 1,5 Millionen Menschen in Hessen. Ärzte, schwerkranke Menschen, Grundschullehrer oder Erzieher: Sie alle können sich ab März in Hessen gegen Corona impfen lassen. Der Ansturm auf die Terminvergabe ist groß.
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Impftermine für weitere Gruppen

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  • 23. Februar: Schüler in der Corona-Pandemie. Der hr hat hessische Schüler während der Corona-Pandemie gefragt: Wie geht's Euch? Die Umfrageergebnisse zeigen: Schon vor dem zweiten Lockdown hat Homeschooling den Schülern zugesetzt. Nun scheinen einige an ihre Belastungsgrenze zu stoßen.
Ein Grundschulkind sitzt mit einem Buch vor dem Laptop

März

  • 1. März: Endlich wieder Haare schneiden! Nach zweieinhalb Monaten Haar-Lockdown dürfen Hessens Friseure wieder ihre Salons öffnen. Schneiden, föhnen, legen und färben - viele Hessen haben sehnsüchtig darauf gewartet.
Katja Emmel, Friseurin aus Espenau
  • 4. März: Lockdown verlängert, aber mit Ausnahmen. Buchhändler gehören zu den wenigen Unternehmen, die positiv auf die neuen Corona-Regeln reagieren. Nach einem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz dürfen Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte wieder öffnen. Grundsätzlich wird der Lockdown zunächst bis 28. März verlängert. Der Einzelhandel ist frustiert.
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Reaktionen zu Corona-Maßnahmen

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  • 8. März: Gratis-Schnelltests für alle in Hessen. Nun haben alle Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche. In Arztpraxen, Apotheken und Testzentren können sich die Bürgerinnen und Bürger testen lassen. Apotheken kämpfen allerdings noch mit einigen Problemen.
die ratgeber-Schalte: Anti-Körperschnelltest
  • 20. März: Querdenker-Demonstration in Kassel eskaliert. Wasserwerfer, Pfefferspray, Flaschenwürfe: In Kassel demonstrieren rund 20.000 Menschen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Es kommt teils zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen sogenannten Querdenkern und Polizisten. Entgegen der Auflagen versammeln sich Tausende in der Innenstadt zu einem ebenfalls verbotenen Demonstrationszug. Die meisten halten sich nicht an die angeordnete Maskenpflicht.
Polizeikräfte und Demonstranten der Kundgebung "Freie Bürger Kassel - Grundrechte und Demokratie" geraten aneinander.
  • 29. März: Offenbach und Groß-Gerau führen wieder Ausgangssperren ein. Nächtliche Ausgangssperren gab es bereits im vergangenen Winter in Hessen. Die Stadt Offenbach und der Kreis Groß-Gerau greifen aufgrund von steigenden Infektionszahlen nun wieder zu dieser Corona-Schutzmaßnahme. Weitere Städte und Gemeinden folgen.
Ein Polizist kontrolliert einen Autofahrer

April

  • 1. April: Ostergottesdienste mit dem Segen der Politik. An Ostern sind die Hessen noch ein gutes Stück weg von der Rückkehr zu einer Art Normalität in der Corona-Pandemie. Für Ostergottesdienste gelten Beschränkungen, die Zahl der Besucher in den Kirchen ist reglementiert. Die Friedensbewegung geht aber wieder auf die Straßen und demonstriert coronakonform für die Abrüstung.
  • 6. April: Hausärzte impfen jetzt auch. In Hessen haben die ersten Hausärzte mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Jede Praxis erhält allerdings zunächst nur wenige Dosen. Ende April starten dann die Impfungen für die Prio-Gruppe 3. An der Reihe sind dann unter anderem Polizisten, Über-60-Jährige und kranke Menschen.
  • 8. April: Die dritte Corona-Welle hat die Krankenhäuser erreicht. Die Zahl der Covid-19-Patienten in Hessens Kliniken steigt wieder deutlich an. Lagen bei der zweiten Welle im Herbst und Winter noch überwiegend ältere Menschen auf den Intensivstationen, sind es es nun immer mehr Unter-60-Jährige, die behandelt werden müssen.
Eine Krankenschwester dokumentiert auf der Intensivstation Behandlungsschritte  (dpa)
  • 19. April: Hessen führt Corona-Testpflicht in Schulen ein. Nach den Osterferien gilt an Hessens Schulen erstmals eine Corona-Testpflicht. Zweimal pro Woche muss ein negativer Schnelltest nachgewiesen werden. An den Schulen wird er für die Schülerinnen und Schüler kostenlos angeboten. Zwei Tage später beginnen die Abiturprüfungen, die ohne größere Zwischenfälle bleiben.
Zwei Schülerinnen und ein Schüler sitzen mit Teststäbchen am Tisch
  • 28. April: Hessischer Verfassungsschutz beobachtet Querdenker. Die sogenannte Querdenken-Bewegung ist bundesweit im Visier des Verfassungsschutzes. Auch das hessische Landesamt beobachtet radikale Teilnehmer von Protesten gegen die Corona-Maßnahmen.
Querdenker Demo Frankfurt (dpa)

Mai

  • 3. Mai: Betriebsärzte beginnen mit Corona-Impfungen. Es soll die dritte Säule der Impfstrategie werden: Nach den Impfzentren und den Arztpraxen impfen schließlich auch die Betriebsärzte. In einem Pilotprojekt in vier Pharmaunternehmen - Merck, Sanofi-Aventis, B. Braun und Pharmaserv - geht es los. Noch fehlt es an Impfstoff, um die Betriebsärzte flächendeckend einzubeziehen.
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Pilotprojekt: Vier Unternehmen starten mit Impfungen

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  • 12. Mai: Es wird wieder gelockert. Das hessische Corona-Kabinett hat weitreichende Lockerungen in einem Stufenplan beschlossen: In Kreisen mit einer anhaltenden Inzidenz unter 100 können wieder Schulen, Restaurants oder Hotels unter Auflagen öffnen.
Bier Biergarten Gastronomie Sujet

Juni

  • 1. Juni: Nordwest-Landebahn wieder in Betrieb. Nach mehr als einem Jahr Corona-Pause öffnet der Frankfurter Flughafen sein zweites Passagier-Terminal wieder. Zeitgleich nimmt der Betreiber Fraport auch die Landebahn Nordwest, die monatelang als Parkfläche für Flugzeuge genutzt worden war, wieder in Betrieb.
  • 7. Juni: Impf-Priorisierung in Hessen wird aufgehoben. Die von der Bedürftigkeit abhängige Vergabe von Terminen für eine Corona-Impfung ist aufgehoben. Alle Menschen ab 16 Jahren, die in Hessen wohnen, können sich nun registrieren. Zehntausende haben diese Möglichkeit direkt genutzt. Bis zur ersten Injektion wird es allerdings dauern.
Impfpass mit Eintrag der Corona-Schutzimpfung (dpa)
  • 14. Juni: Digitaler Impfausweis in Hessen. Apotheken haben mit dem Ausstellen digitaler Corona-Impfnachweise begonnen. Menschen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich dort eine Bescheinigung mit einem QR-Code abholen. Später wird das auch in Impfzentren gehen.
Das Logo der CovPass-App ist neben einem Impfbuch auf einem Smartphone zu sehen.
  • 17. Juni: Die Delta-Variante ist in Hessen angekommen. Auch in Hessen ist die zuerst in Indien nachgewiesene, gefährlichere Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch. Eine Überschlagsrechnung zeigt, dass trotzdem kein Grund zur Besorgnis besteht.
Schriftzug auf einem  Bürgersteig
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