Dino Toppmöller wird es weiterhin mit einer recht jungen Mannschaft zu tun bekommen.

Eintracht Frankfurt wird sich im zweiten Jahr unter Trainer Dino Toppmöller wandeln müssen. Die Forderungen von Sportchef Markus Krösche sind deutlich - und anspruchsvoll.

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Eintracht geht mit Toppmöller in die neue Saison

Dino Toppmöller hat mit der Eintracht eine durchwachsene Saison hingelegt.
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Das schriftlich notierte Bekenntnis des Frankfurter Sportvorstands Markus Krösche zu Dino Toppmöller enthielt neben anerkennenden Worten auch diverse Arbeitsaufträge für den Eintracht-Trainer. Verknappt formuliert: Vieles muss anders, und das Meiste besser werden. Platz sechs allein reicht den Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten künftig nicht aus. Was Krösche direkt (und indirekt) von seinem wichtigsten Angestellten verlangt – ein Überblick in fünf Punkten.

1. Anpassung des Spielstils

Toppmöller war von Krösche vergangenes Jahr geholt worden, um den Hau-Ruck-Fußball der coachenden Vorgänger zu verändern. Mehr Kontrolle, mehr Ballbesitz, mehr Spitzenmannschaft. Nach einer Saison des ermüdenden Querpass-Geschiebes aber klingen die Zukunftsansätze des Managers nun anders. Vielleicht nicht gleich nach brachialer Heavy-Metal-Kickerei, wie er noch im Februar bildlich formuliert hat, doch wesentlich energischer als zuletzt soll es sein.

Krösches Stichworte: "mehr Zielstrebigkeit", "anderer Punch", "letzte Konsequenz", "druckvoll und klar". Es soll wieder vorwärts gehen bei der Eintracht, die Mannschaft mehr Wumms in ihre Auftritte bringen, ohne dabei – wie etwa in der Endphase unter Trainer Oliver Glasner – den Kontrahenten die Räume für leichte Gegenstöße zu öffnen. Kontrollierte Offensive statt einer Offensive unter Kontrolle.  

2. Fans begeistern

Abzielen soll die künftige Ausrichtung des Teams nicht nur auf das reine Ergebnis, was natürlich das A und O bleibt, sondern auch auf die Unterhaltung der Zuschauer. Denn: Gerade an einem emotionalen Fußball-Standort wie Frankfurt geht es auch um das Wie, um die "Art und Weise", so Krösche. Die Fans wollen mitgenommen werden, sie wollen angezündet werden von einer leidenschaftlichen Mannschaft auf dem Rasen.

3. Vollpower statt Selbstzufriedenheit

Toppmöller verwies vergangene Runde mehrfach auf das Erreichte. Darauf, dass Rang sechs ein Erfolg für den Club sei. Was stimmt. Zumal der Coach im Sommer einen großen Umbruch zu wuppen hatte sowie die im Winter hinzugeholten Spieler Sasa Kalajdzic, Donny van de Beek, Jean-Matteo Bahoya und Hugo Ekitiké aus verschiedenen Gründen entweder überhaupt nicht oder erst sehr spät funktionierten. Alles richtig – und von Krösche dem Trainer in besagtem Interview erneut zu Gute gehalten.

Doch solle darob "niemand in den Selbstzufriedenheits-Modus" verfallen, so der Sportchef. Es gelte, den Blick nach vorne zu richten. Toppmöller, so ließ es die Eintracht wissen, habe dafür "die Power". Was zu beweisen wäre.    

4. Junge Spieler voranbringen

Toppmöller setzte vergangenen Saison 34 Spieler ein, keine andere Mannschaft probierte es mit mehr Profis. Wobei: Bei den Hessen waren nicht nur erfahrene Profis darunter, sondern gleich fünf Talente aus U21 und U19. Namentlich: Nacho Ferri, Nnamdi Collins, Elias Baum, Marko Mladenovic, dazu im Pokal Noel Futkeu. Grund genug für Krösche, den Mut des Trainers hervorzuheben und zu bekräftigen, dass dieser Weg weiterhin gegangen werden soll.

Allerdings waren die genannten Jungkräfte eher Notlösungen. Ob ihre Qualität sie kommende Spielzeit zu ernsthaften Kandidaten für die Eintracht-Elf macht, ist fraglich. Toppmöller aber hat weiterhin den Auftrag, junge Spieler zu entwickeln. Denn jung wird die Eintracht-Mannschaft trotz des verbrieften Interesses an Nationalspieler Pascal Groß (32 Jahre) bleiben.

Nicht nur die Stammkräfte Hugo Larsson (19) oder Willian Pacho (22) sollen weiter Fortschritte machen, auch die bisher feststehenden Zugänge sind Profis in einem frühen Entwicklungsstadium: Offensivmann Can Uzun (1. FC Nürnberg), wohl der höchstveranlagte unter ihnen, ist 19. Mittelfeldspieler Krisztian Lisztes (Ferencváros) ebenfalls. Dazu kommen Linksverteidiger Nathaniel Brown (FC Nürnberg/21) und Aurele Amenda (Young Boys Bern/20) für die Innenabwehr. Dino Toppmöller, der Talente-Trainer.

5. Europa als Ergebnis

All das soll natürlich in einer auch vom Resultat her erneut erfolgreichen Saison münden. Europa wird, das dürfte keine Überraschung sein, wieder das Ziel der Eintracht und für Toppmöller sein. Dazu soll die Mannschaft eine bessere Rolle als zuletzt in den Pokal-Wettbewerben spielen.

Apropos Pokal-Wettbewerbe: Da entscheidet sich am Samstag, in welchem europäischen Cup die Hessen alsbald auflaufen. Gewinnt Dortmund das Finale der Champions League, darf auch die Eintracht kommende Spielzeit in der Königsklasse ran. "Wir drücken dem BVB die Daumen." Markus Krösche sogar vor Ort in London.