Vorbereitung auf Generalsanierung Start ins neue Jahr mit drei Wochen Riedbahn-Sperrung

Einen Vorgeschmack auf die fünfmonatige Streckensperrung der Riedbahn im Sommer 2024 gibt es schon im Januar. Dann ersetzen Busse den Zugverkehr. Fragen von Kunden beantwortet die Bahn vor Ort.

Ein Zug der Riedbahn an einem Bahnhof
Ein Zug der Riedbahn. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)
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Fünf Monate lang wird die Bahnstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt im Sommer und Herbst 2024 gesperrt. Die sogenannte Riedbahn wird auf ihren gesamten 70 Kilometern generalsaniert. Einen Eindruck davon, was diese lange und beispiellose Sperrung für sie bedeuten könnte, erhalten Pendler schon zu Beginn des Jahres.

Die Grafik zeigt eine Karte, in welche die Strecke der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim und die Umleitungsstrecken eingezeichnet sind.
Bild © OpenStreetMaps, hessenschau.de

Bahn verspricht Ersatzverkehrsangebot

Vom 1. bis 22. Januar verkehren auf der Strecke Busse anstelle der gewohnten Züge. Betroffen sind alle Bahnlinien des Nah- und Regionalverkehrs. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt und Mannheim wird größtenteils über Mainz und Worms beziehungsweise Darmstadt umgeleitet.

Die Deutsche Bahn (DB) verspricht ein umfangreiches Ersatzverkehrsangebot. Auf 13 Buslinien verteilt soll es pro Tag rund 1.000 Fahrten geben. Die Busse werden mindestens alle 15 Minuten fahren, wie die Bahn zusichert. Bereits im Januar sollen 70 von 150 modernen Niederflurbussen zum Einsatz kommen, barrierefrei und mit WLAN und USB-Ladebuchsen für das Handy ausgestattet.

Pendler sind skeptisch

Pendler befürchten dennoch, dass dies kein adäquater Ersatz sein wird. "Ich bin skeptisch, dass ich mit dem Bus morgens um 5.45 Uhr in Frankfurt ankomme", sagt ein Bahnkunde: "Der Bus soll um 4.25 Uhr abfahren. Ob er kommt, ist eine andere Frage." Der Mann ist zum DB-Infomobil in Gernsheim (Groß-Gerau) gekommen, das derzeit im Ried unterwegs ist, um Bürgerinnen und Bürger über die bevorstehenden Einschränkungen zu informieren.

Eine Frau macht sich Gedanken über Parkmöglichkeiten. Die gebe es nämlich in der Nähe der Ersatzhaltestelle nicht, von wo aus sie mit dem Express-Bus nach Frankfurt fahren will. "Sie können weiter hier parken, denke ich", sagt die Beraterin der DB. "Und dann kurz da rüberlaufen." "Und das alles mit Gepäck?", wirft die Kundin ein. "Na, Hallelujah!"

"So etwas wie eine Generalprobe"

Gerd-Dietrich Bolte ist Leiter für Infrastrukturprojekte in der Region Mitte bei der DB Netz AG. Er sieht in der dreiwöchigen Sperrung zum Jahresbeginn "so etwas wie eine Generalprobe" für den Sommer: "Wir glauben, dass wir im Januar Erfahrungen sammeln können."

Die erste Sperrung sei notwendig, weil sich nicht alle Arbeiten in dem fünfmonatigen Zeitraum im Sommer unterbringen ließen. Man habe sich deshalb entschieden, Vorab-Maßnahmen in den Januar zu legen.

So müssten Vorarbeiten für das elektronische Stellwerk vor dem Sommer abgeschlossen sein, weil sich diese nicht parallel zum Gleisbau umsetzen ließen, erklärt Bolte. Zudem würden Tiefbauarbeiten und Vorbereitungen für Schallschutzwände erledigt. Auch Weichen für Logistikzüge für die Generalsanierung würden angelegt.

Investition für viele Jahre

Rund 1,3 Milliarden Euro soll das Gesamtpaket nach jüngsten Berechnungen kosten. Noch vor Weihnachten 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Danach sollen auf Jahre hinaus keine größeren Modernisierungen mehr nötig werden.

Bei der Generalsanierung der Riedbahn, der ersten in einer ganzen Reihe von umfassenden Modernisierungen von Hauptstrecken im DB-Netz, sollen Weichen und Signale erneuert werden, ebenso Oberleitungen und Lärmschutzwände. Dazu kommt ein elektronisches Stellwerk, denn an manchem südhessischen Bahnhof wird die Schranke noch von Hand rauf- und runtergekurbelt. Zudem sollen rund 20 Bahnhöfe ein neues und modernes Gesicht erhalten.

Bahnhöfe sollen barrierefrei und freundlicher werden

"Alle Bahnhöfe in Hessen werden barrierefrei sein", zeichnet Benjamin Schmidt vom Bahnhofsmanagement der Deutschen Bahn das Bild von der neuen Pendlerzukunft. "Die Unterführungen werden heller und fröhlicher, so dass das Ein- und Aussteigen an den Stationen schon mal ein gutes Erlebnis ist."

Stefan Schwinn von der DB Station & Service AG weiß, dass man den Fahrgästen vorübergehend einiges zumutet: "Aber wir können garantieren, dass es danach wirklich nachhaltig und für viele Jahre stabil und besser sein wird."

Infos im Netz und vor Ort

Auf der Internetseite www.riedbahn.de informiert die Bahn ausführlich über alle bevorstehenden Maßnahmen und Ersatzangebote. Dort kann man unter anderem auch Liniennetzpläne für die Zeit der Sperrungen herunterladen.

Außerdem ist das Infomobil der Deutschen Bahn noch einige Tage im Ried unterwegs und berät alle Interessierten vor Ort. Am Dienstag sollte es am Bahnhof in Biblis am Park & Ride-Parkplatz Station machen, am Donnerstag am Bahnhof in Groß-Gerau-Dornberg und am Freitag am Bahnhof Walldorf.

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Sendung: hr4, 05.12.2023, 12 Uhr

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Redaktion: Uwe Gerritz

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Quelle: Raphael Stübig, Marie-Cathérine Fromm, Björn Schaffrinna, hessenschau.de