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Sicherheitszone im Fechenheimer Wald in Frankfurt

So langsam wird es ernst im Frankfurter Osten: Rund sieben Hektar des Fechenheimer Waldes sind ab Mittwoch für die geplante Rodung gesperrt. Die Polizei könnte die Zone in den kommenden Tagen räumen. Naturschützer wollen die Rodung weiterhin verhindern.

Grafik zur Rodung des Fechenheimer Waldes

Noch ist viel los im Fechenheimer Wald. Zum einen kampieren dort Autobahn-Gegner. Sie wollen die geplante Rodung verhindern. Zum anderen nutzen Jogger, Spaziergänger und Passanten die Waldwege. Das ist ab Mittwoch nicht mehr zulässig, denn das zuständige Forstamt in Groß-Gerau hat eine Sicherheitszone rund um die geplante Rodungsfläche gesperrt.

Die Sperrung wird wichtig, wenn der Wald wie erwartet in den kommenden Tagen geräumt werden sollte. Die Polizei braucht eine rechtliche Grundlage, um möglicherweise Platzverweise gegen Autobahn-Gegner auszusprechen - und zu vollstrecken. Vor zwei Jahren im Dannenröder Forst, als Wald für die A49 gerodet wurde, hatte sich an solchen Fragen Streit entzündet. Autobahn-Gegner gingen juristisch gegen Platzverweise vor.

Forstamt: "Gefahr für Leib und Leben"

In Frankfurt soll ein rund 230 Meter langer, vergleichsweise schmaler Streifen für die geplante Trasse der A66 gerodet werden. Das Forstamt hat nun aber auch rechts und links davon zwei jeweils 90 Meter breite Streifen zur Sicherheitszone erklärt. Damit sind insgesamt rund sieben Hektar Wald gesperrt, das entspricht rund zehn Fußballfeldern.

Das Forstamt begründet die Sperrung damit, dass in der Nähe der Rodungsarbeiten "Gefahr für Leib und Leben" bestehe. Es würden bis zu 40 Meter hohe Bäume gefällt. Eine technische Vorschrift gebe folgenden Sicherheitsabstand vor: doppelte Baumlänge plus mögliche Astlänge. So komme man auf 90 Meter. Die Sperrungsverfügung werde am heutigen Dienstag im Amtsblatt veröffentlicht und gelte frühestens ab dem folgenden Tag, das heißt ab Mittwoch. Sie ende, sobald die Rodung abgeschlossen sei.

Bis zuletzt war unklar gewesen, welche Behörde die Waldfläche sperrt. Das Forstamt hatte sich auf hr-Anfrage zunächst für nicht zuständig erklärt, da es um Autobahnbau gehe und nicht um eine Forst-Angelegenheit im engeren Sinne. Inzwischen hat offenbar ein Sinneswandel stattgefunden.

Aktionsbündnis schreibt an Behörden

Naturschützer versuchen weiterhin zu verhindern, dass es zu der geplanten Rodung kommt. Das Aktionsbündnis "Unmenschliche Autobahn" gab am Dienstag bekannt, dass von ihm beauftragte Anwälte Schreiben an die zuständigen Behörden geschickt haben. Darin werden diese aufgefordert, die Rodung zu untersagen. Adressaten sind die Autobahn GmbH, das Regierungspräsidium Darmstadt, das hessische Wirtschaftsministerium und das Fernstraßen-Bundesamt.

Das Aktionsbündnis fordert, die Rodung auszusetzen, bis ein unabhängiger Gutachter die im Wald ansässige Population des geschützten Eichen-Heldbock-Käfers untersucht hat und geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Mindestens aber müssten die Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, die in einem von der Autobahn GmbH selbst bestellten Gutachten empfohlen werden.

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