Bildkombination aus zwei Fotos: links Portrait von Katrin Eigendorf; rechts Außenansicht des Gebäudes der Walter-Lübcke-Schule, davor viele Kinder, die Luftballons steigen lassen.

Die ZDF-Kriegsreporterin Katrin Eigendorf und die Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen werden mit dem Lübcke-Demokratie-Preis ausgezeichnet. Ministerpräsident Boris Rhein sagte, beide verkörperten die Werte, die der ermordete Kasseler Regierungspräsident vertreten habe.

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Walter-Lübcke-Demokratie-Preis für Journalistin und Schule

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In diesem Jahr werden die Fernsehjournalistin Katrin Eigendorf aus Oberursel (Hochtaunus) und die nach dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten benannte Schule in Wolfhagen (Kassel) mit dem Walter-Lübcke-Demokratiepreis ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet im Frühjahr 2023 statt.

"Beide Preisträger leben und verkörpern in beeindruckender Weise die Werte, die Walter Lübcke vertreten und vorgelebt hat", sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) am Donnerstag. Lübcke sei ein aufrechter und mutiger Demokrat gewesen, der sich unermüdlich für Freiheit, Toleranz und Respekt im gesellschaftlichen Miteinander eingesetzt habe.

Rhein: Schule beweist mit Umbenennung Mut

Die Wilhelm-Filchner-Schule in der Heimat Lübckes in Wolfhagen, die sich vor zwei Jahren in Walter-Lübcke-Schule umbenannt hatte, habe damit ein starkes Zeichen für die Demokratie und gegen menschenfeindliche Ideologie gesetzt. Damit trage die Schule das Vermächtnis Lübckes sichtbar weiter, sagte Rhein.

"Mit der Wahl ihres Namensgebers bekennt sich die Schule zu Toleranz und Weltoffenheit und positioniert sich gegen die Ausgrenzung von Menschen. Das zeigt sich auch im Schulalltag", hob der Ministerpräsident hervor.

"In einer Zeit, in der Hass, Hetze und Drohungen im öffentlichen Raum und in den sozialen Medien zunehmen, beweist die Schule eine gehörige Portion Mut", betonte er. Die gesamte Schulgemeinde verdiene den Preis.

Kriegsreporterin "Sprachrohr für die Menschen"

Die ZDF-Auslandskorrespondentin Eigendorf berichte als Reporterin "oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens über das Grauen des Krieges". Glaubwürdig schaffe sie ein unmittelbares Bewusstsein für dessen Auswirkungen, sagte Rhein.

"So berichtet sie zurzeit immer wieder über die furchtbaren Geschehnisse aus der Ukraine." Dabei schaffe sie es, den Opfern von Krieg, Vertreibung und Unterdrückung Gehör zu verschaffen. "Sie ist ein Sprachrohr für die Menschen. Als mutige Journalistin verdient sie unseren Respekt", sagte Rhein.

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Drei Preisträger 2020

Die Landesregierung vergibt den Bürgerpreis zur Erinnerung an Walter Lübcke zum zweiten Mal. Geehrt werden laut Staatskanzlei Persönlichkeiten und Institutionen, die sich in besonderer Weise für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie engagieren.

Im Jahr 2020 wurde der Bürgerpreis erstmals an Robert Erkan vergeben, der sich um die Betreuung der Hinterbliebenen der Opfer des Hanauer Anschlags verdient gemacht hatte. Zudem wurden die Journalistin Dunja Hayali und das "Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus - für demokratische Kultur in Hessen" ausgezeichnet.

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen von dem Rechtsextremisten Stephan Ernst erschossen worden.

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