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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kommunalwahlkompass bietet Orientierung

Grafik von Händen mit Smartphone und Tablet, die verschiedene Wahl-o-maten zeigen.

Wer steht bei der Kommunalwahl eigentlich auf dem Stimmzettel? Gleich mehrere Wahlhilfen im Netz stellen die Kandidatinnen und Kandidaten vor. Wir haben uns vier davon angesehen.

Genau genommen ist die Kommunalwahl am 14. März nicht eine einzige Wahl, sondern es finden mehr als 500 verschiedene Wahlen zeitgleich statt.

Die 422 hessischen Städte und Gemeinden wählen ihre Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen, in den 21 Landkreisen stehen zudem die Wahlen der Kreistage an, einige Stadt- oder Ortsteile wählen auch noch Ortsbeiräte. Und dann gibt es parallel vielerorts noch Bürgermeister- oder Landratswahlen.

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zum Video Wie fülle ich meinen Stimmzettel richtig aus?

Ein Mensch sitzt vor einem großen Stimmzettel.
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Die Möglichkeiten, sich im Internet über die Kandidatinnen und Kandidaten zu informieren, sind daher ähnlich vielfältig. Statt eines einzelnen "Wahl-o-maten" wie bei den Bundestags- oder Landtagswahlen haben mehrere Universitäten und Vereine Angebote für einzelne Städte und Gemeinden entwickelt. Wir stellen Ihnen im Folgenden eine Auswahl vor.

Kommunalwahlkompass

Wiesbaden, Kassel, Darmstadt und Frankfurt sind dabei, aber auch Hüttenberg (Lahn-Dill) und Seeheim-Jugenheim (Darmstadt-Dieburg): Der Kommunalwahlkompass bietet Wählerinnen und Wählern aus 34 hessischen Städten und Gemeinden eine erste Orientierung.

Nach der Auswahl der Gemeinde oder Stadt werden den Nutzern Thesen angezeigt, die sie auf einer fünfstufigen Skala zwischen "starker Zustimmung" und "starker Ablehnung" bewerten können. Die Thesen bestehen aus sogenannten Brückenthesen, die in allen Kommunen abgefragt wurden, und spezifischen Themen oder Problemen vor Ort. Für Bensheim (Bergstraße) werden zum Beispiel 33 Thesen angezeigt, für Frankfurt 46. Thesen, die einen besonders interessieren, können als "wichtig für mich" markiert werden. Sie werden dann stärker gewichtet.

Die Auswertung ähnelt dann dem von Bundes- und Landtagswahl bekannten "Wahl-o-mat": Aus einer Liste lassen sich die Parteien und Wählergruppen auswählen, die mit den eigenen Antworten verglichen werden sollen. Auch eine Begründung der Parteien liegt zu vielen Antworten vor. Außerdem gibt es Profile der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten mit weiterführenden Informationen. Davon sind bisher allerdings nur wenige vollständig ausgefüllt.

Weitere Informationen

Über den Kommunalwahlkompass

Der Kommunalwahlkompass ist ein gemeinsames wissenschaftliches Projekt der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Oldenburg. Unterstützt wird das Angebot unter anderem von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Der Kommunalwahlkompass lässt sich im Browser unter kommunalwahlkompass.de aufrufen.

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Kommunalwahlcheck Wetzlar

Die Stadt Wetzlar (Lahn-Dill) ist zwar nicht unter den 34 Kommunen, die der Kommunalwahlkompass abdeckt, dafür gibt es mit dem "Kommunalwahlcheck Wetzlar" aber ein anderes Angebot, das diesem optisch und inhaltlich ähnelt.

Zunächst wird die eigene Einschätzung zu 30 vorgegebenen Thesen abgefragt. Diese wird dann mit den Antworten der für die Stadtverordnetenversammlung zur Wahl stehenden Parteien und Wählergruppen verglichen. Auch die einzelnen Oberbürgermeisterkandidaten lassen sich für die Auswertung auswählen.

Weitere Informationen

Über den Kommunalwahlcheck Wetzlar

Das Programm kam bereits bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr zum Einsatz und wurde am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster entwickelt. Hier geht es zum Kommunalwahlcheck Wetzlar: kommunalwahlcheck.de/wetzlar.

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Wahl-Kompass Frankfurt

Der "Wahl-Kompass" für Frankfurt ist das zweite Programm, das die Universität Münster zur Kommunalwahl in Hessen anbietet. 30 Thesen haben die Forscher um Politikwissenschaftler Norbert Kersting einer Befragung der Frankfurter Stadtverordneten entnommen. Auch hier drückt man seine Zustimmung oder Ablehnung auf einer fünfstufigen Skala aus.

Das Ergebnis wird in einem Diagramm dargestellt, das die politische Orientierung zwischen "progressiv" und "konservativ" auf der Y-Achse einordnet, sowie die wirtschaftliche Orientierung zwischen "links" und "rechts" auf der X-Achse. Die eigene Position wird anhand der Thesen ebenso eingezeichnet wie die der verschiedenen Parteien und Wählergruppen.

So sieht man auf einen Blick, mit wem es die meisten Gemeinsamkeiten gibt. Das Ergebnis lässt sich außerdem nach Themenfeldern filtern, etwa Kultur, Verkehr, Umwelt, Bildung oder Wirtschaft. Außerdem finden sich in der Auswertung Statements der Parteien zu den einzelnen Fragen sowie ein Ranking, das die Übereinstimmung mit den Parteien in Prozent anzeigt.

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Über den Wahl-Kompass Frankfurt

Entwickelt wurde der Wahl-Kompass am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster, das Programm wurde unter anderem bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt eingesetzt. Es ist im Browser unter frankfurt.wahl-kompass.de zu finden.

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Voto

Vor allem jüngere Wählerinnen und Wähler aus den vier Städten Frankfurt, Marburg, Offenbach und Fulda möchten die drei Entwickler der App "Voto" ansprechen. Auch hier sind die Nutzerinnen und Nutzer gefragt, Thesen auf einer fünfstufigen Skala zu bewerten. Und auch hier geht es sowohl um übergreifende Themen, als auch um konkrete Probleme in der jeweiligen Stadt.

Bei der Auswertung geht Voto allerdings auf die Besonderheiten des hessischen Kommunalwahlrechts ein: Die App zeigt nämlich keine kompletten Parteien oder Wählergruppen an, sondern sie stellt ein "Team" aus Einzelkandidaten zusammen, die unterschiedlichen Parteien angehören können. Per Kumulieren und Panaschieren dürfen Stimmen ja an einzelne Kandidaten aus unterschiedlichen Listen vergeben werden. Die App zeigt, welche Kandidaten das - den Thesen nach zu urteilen - sein könnten.

Alle Kandidatinnen und Kandidaten aus den vier Städten waren gebeten worden, sich selbst ein Profil anzulegen und ihre Einschätzung zu den Thesen abzugeben. Mitgemacht hat dabei bisher allerdings nur etwa ein Drittel der 1.000 Kandidaten. Neben der Wahl der Stadtverordneten deckt die App in Marburg auch die Oberbürgermeisterwahl und den Kreistag Marburg-Biedenkopf ab. Die Fragen und Antworten sind auch auf Englisch, Italienisch, Türkisch, Arabisch, Russisch und in leichter Sprache verfügbar.

Weitere Informationen

Über Voto

Drei junge Gründer aus Stuttgart haben Voto entwickelt, finanziert wurde die Wahl-App von der Robert-Bosch-Stiftung. Im Browser ist Voto unter voto.vote zu finden.

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Videobeitrag

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zum Video Kommunalwahl 2021: Der hr informiert

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Sendung: hr4 Rhein-Main, 19.02.2021, 12.30 Uhr