Menschen mit Transparent, das acht Prozent mehr Lohn fordert

An den Warnstreiks der IG Metall haben sich in Hessen am Dienstag 15 Betriebe und insgesamt 2.500 Beschäftigte beteiligt. Allein bei Daimler Truck in Kassel legten mehr als 900 Beschäftigte die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft will den Druck in der Tarifauseinandersetzung erhöhen.

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Warnstreiks in Metallindustrie gehen weiter

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Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall noch bis Mittwoch weiter streiken. Bundesweit gibt es seit Montag Warnstreiks - auch in Hessen.

Am Dienstag beteiligten sich allein bei Daimler Truck in Kassel 910 Beschäftigte, wie die Gewerkschaft mitteilte. Das sei der größte Warnstreik am Dienstag im Bezirk Mitte gewesen, zu dem auch Thüringen, Rheinland-Pfalz und das Saarland gehören. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel, sagte: "Wir wollen acht Prozent mehr Geld – das ist fair und machbar." Er fügte hinzu: "Besonders bei Daimler, wo Rekord-Gewinne eingefahren werden."

Rund 2.970 Metallerinnen und Metaller aus 20 Betrieben beteiligten sich am dritten Warnstreiktag insgesamt, hieß es. Der Streik-Schwerpunkt habe in Hessen gelegen, mit 2.250 Beschäftigten aus 15 Betrieben.

Unter anderem in diesen hessischen Betrieben wurde laut IG Metall ebenfalls gestreikt:

  • Essex Furukawa Wire in Bad Arolsen (Waldeck-Frankenberg)
  • John Crane in Fulda
  • Piller, Diskus, Georg Martin und Roof Systems in Dietzenbach (Offenbach)
  • LMS in Obertshausen (Offenbach)
  • Robert Bosch in Lollar (Gießen)
  • Bosch Rexroth in Erbach (Odenwald)
  • Hörmann Automotive in Ginsheim-Gustavsburg (Groß-Gerau)
  • Rolls Royce in Oberursel (Hochtaunus)

Jörg Köhlinger, IG Metall-Verhandlungsführer und Leiter der IG Metall Mitte, forderte die Arbeitgeber auf, die Zeit bis zur nächsten Verhandlung am 10. November zu nutzen. "Machen Sie uns in der vierten Verhandlung ein verhandelbares Angebot", forderte er. "Wenn nicht, werden wir den Druck nochmals erhöhen." Die Empörung der Beschäftigten sei schon jetzt groß. Am Mittwoch soll es weitere Warnstreiks geben.

Gewerkschaft: unverantwortliches Verhalten der Arbeitgeber

Die Gewerkschaft hatte ein erstes Angebot der Arbeitgeberseite abgelehnt und Warnstreiks angekündigt. "Mehrere Wochen haben die Arbeitgeber die Tarifverhandlungen verschleppt, um dann in einer dritten Verhandlungsrunde ein erstes, aber völlig unzureichendes Angebot zu unterbreiten", sagte Robert Weißenbrunner von der IG Metall Hanau-Fulda. Faktisch werde bislang nur eine unzulängliche Einmalzahlung von 100 Euro pro Monat für die nächsten 30 Monate in Aussicht gestellt. "Angesichts der ökonomischen Herausforderungen und der deutlich gestiegenen finanziellen Belastungen der Beschäftigten ein unverantwortliches Verhalten der Arbeitgeber", sagte er.

Mit Blick auf die stark gestiegenen Verbraucherpreise verlangt die Gewerkschaft bei einer Laufzeit von zwölf Monaten acht Prozent mehr Geld für die rund 380.000 Beschäftigten im Bezirk Mitte. Wichtigstes Ziel sind dauerhafte Erhöhungen der Sätze in den Lohntabellen.

Arbeitgeber: Tabellenerhöhung nur bei 30 Monaten Laufzeit

Der Arbeitgeberverband M+E hatte eine steuer- und abgabenfreie "Inflationsausgleichsprämie" von 3.000 Euro sowie eine spätere, noch unbezifferte Erhöhung in den Gehaltstabellen vorgeschlagen. "Die steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung hilft unmittelbar und sie hilft vor allem den Arbeitnehmern in den unteren Lohngruppen", hatte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Oliver Barta, erklärt. Wachstum könne nur verteilt werden, wenn in der Fläche auch welches vorhanden sei. Eine Tabellenerhöhung sei daher nur bei 30 Monaten Laufzeit vorstellbar.

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