Sturmgefahr Viele Rosenmontagszüge fallen Wetter zum Opfer

Sturmtief "Ruzika" hat am Rosenmontag (08.02.2016) vielen Fastnachtern in Hessen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Rund ein halbes Dutzend Umzüge fiel aus. Andere Veranstaltungen wie in Fulda und Herbstein fanden in reduzierter Fassung statt.

Traurige Fastnachter von hinten
Traurige Gesichter in Seligenstadt Bild © picture-alliance/dpa
  • Link kopiert!
Videobeitrag

Faschingsumzüge wegen Unwetterwarnung abgesagt

Faschingsumzüge wegen Unwetterwarnung abgesagt
Bild © hr
Ende des Videobeitrags

Nach den vielen Absagen von Rosenmontagsumzügen fällt am Dienstag auch "Klaa Paris" den Sturmwarnungen zum Opfer. Der traditionsreiche Umzug in Frankfurt-Heddernheim soll im Frühjahr nachgeholt werden. Der Vorsitzende der Zuggemeinschaft Klaa Paris, Dietmar Pontow, sagte am Montagmorgen zu hessenschau.de: "Wir müssen den Umzug schweren Herzens absagen, aber für Dienstag sind ja noch schwere Sturmböen vorhergesagt als für Montag." Der Umzug im Frankfurter Stadtteil Heddernheim werde nach Ostern nachgeholt, sagte Pontow.

Der Heimatbund Seligenstadt war am Montagmorgen der erste Veranstalter, der den traditionellen Fastnachtsumzug wegen des angekündigten schlechten Wetters absagte. Die "Schlumberländer" planen, den Umzug im Frühjahr oder Sommer nachholen, wie der Vorsitzende des Heimatbundes, Richard Biegel, hessenschau.de sagte. Der genaue Termin müsse noch mit den Ordnungsbehörden abgestimmt werden.

Bildergalerie

Bildergalerie

Rosenmontagszüge

Ende der Bildergalerie

Am Sonntag hatte bereits der Mainzer Carnevals-Verein in der benachbarten rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt aus Sicherheitsgründen die Konsequenz aus den Sturm- und Unwetterwarnungen für Rosenmontag gezogen.

Ein halbes Dutzend Absagen

In Marburg sagte der Festausschuss Marburger Karneval den für 13.33 Uhr geplanten Rosenmontagsumzug ab, wie ein Sprecher auf Anfrage von hessenschau.de sagte. Grund natürlich auch dort: das Wetter. Absagen gab es auch in Hünfeld, Hosenfeld, Eiterfeld (alle Fulda) und Lützelbach (Odenwald). In Hünfeld ließ es sich ein Spielmannszug samt Gardemädchen aber nicht nehmen, einige Runden musizierend um den Brunnen vor dem Rathaus zu marschieren.

Der Lumpenmontagsumzug in Neu-Isenburg (Offenbach) sollte nach Angaben der Polizei ebenfalls nicht stattfinden. Schließlich sagte die Kinderwerkstatt Bockenheim den Kinderfaschingsumzug in dem Frankfurter Stadtteil ab. Tristesse auch bei den Narren in der Weinbaugemeinde Kiedrich (Rheingau-Taunus): Der Rosenmontagsumzug ist nach Angaben des KCV Sprudelfunken abgesagt.

Deutlich weniger Narren in Fulda

In Fulda sollte um 13.33 Uhr der mit 243 Zugnummern längste Rosenmontagszug in Hessen starten. Wegen des Sturmtiefs waren jedoch keine Wagen zugelassen. Das hätten die Verantwortlichen von der Fuldaer Karneval-Gesellschaft entschieden, teilte die Polizei mit. Die Fußgruppen starteten mit etwa zehnminütiger Verspätung.

Auch Prinz Alexander Fassadicus Maximus der LXXV. musste diesmal zu Fuß gehen. Der beliebte Umzug zog diesmal nur vergleichsweise wenige Zuschauer an. Statt der erhofften 70.000 Zaungäste fanden sich gerade einmal rund 15.000 Narren an der Zugstrecke ein.

Verkürzte Strecke in Herbstein

Der traditionelle Springerzug in Herbstein (Vogelsbergkreis) fand trotz der Sturmwarnung statt - allerdings ebenfalls mit Einschränkungen. Wagen waren in diesem Jahr nicht dabei, außerdem wurde die Zugstrecke verkürzt, wie ein Sprecher der Fastnachtsvereinigung Herbstein sagte.

Auch in Fritzlar (Schwalm-Eder), Mühlheim am Main (Offenbach), Kelkheim-Fischbach (Main-Taunus), Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) und Hessisch Lichtenau-Fürstenhagen (Werra-Meißner) wollten die Narren auf die Strecke gehen.

Sonntagsumzüge fanden statt

Am Sonntag mussten die Narren bei den großen Umzügen in Frankfurt, Wiesbaden, Gießen und Wetzlar lediglich dem Regen trotzen, konnten jedoch feiern. In Mainz und im nordrhein-westfälischen Münster sind die traditionellen Rosenmontagsumzüge abgesagt worden, ebenso in Düsseldorf. Dagegen soll der Zug in Köln kommen wie jedes Jahr - wenn auch unter Auflagen.

Quelle: hessenschau.de, dpa/lhe

Dieser Inhalt ist zeitlich unbegrenzt verfügbar.

Ihre Kommentare Haben Sie Verständnis für die Absagen?

38 Kommentare

  • Ich habe für die absagen kein Verständnis nur ein mal in Jahr ist Karneval wir waren in Fulda Hut ab wie in Fulda dem Wetter getrotzt hat dieser Kompromiss wäre in anderen Städten auch möglich gewesen.
    Schade vor allem da ja auch schon Umzüge für den Dienstag abgesagt wurden.

  • Vollstes Verständnis! Es ist auch eine Leistung die Brust zu straffen und so einen Zug abzusagen! Ich hoffe, recht viele Züge werden zu Ostern nachgeholt!
    Wer bitte möchte die Verantwortung übernehmen, wenn sich Fahnen , Schilder oder Dekoteile der Wagen selbständig machen?

  • Alles gut nachvollziehbar. Gute Wünsche für die mutigen Seelen und deren Durchhaltevermögen. Wir freuen uns, bewundernswert.

Alle Kommentare laden